Manchmal muss es gar nicht der Elch oder der seltene Vogel sein, der Staunen oder Glücksgefühle auslöst.

Das kann auch der stolze Chef des Hühnerhofs sein,

das neugierige Kätzchen,

dieser prächtige Puter auf einem kleinen Bauernhof,

oder eine Vielfalt von Ackerwildkräutern

in einem Getreidefeld, das nicht mit Pestiziden behandelt worden ist.

Viel zu erzählen gäbe es von Begegnungen zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen, die ich über Jahre begleitet habe. Gerade für unsere deutschen Jugendlichen waren Lagerfeuer im Wald mit leckeren polnischen Würstchen ein echtes Highlight.

Mit den jungen Menschen habe ich das Gestüt in Liski besuchen dürfen, auf dem mit Trakehner-Pferden gezüchtet wurde.

Stolz zeigte uns der Gestütsbesitzer seine prächtigen Pferde. Hier wahrscheinlich gezielt mit seinem kleinsten Mitarbeiter, damit der Hengst noch größer wirkte, als er es sowieso schon war.


Seine Jährlinge ließ er im vollen Galopp an uns vorüber preschen. Pferde aus diesem Gestüt haben schon an Olympiaden teilgenommen.

Am allerbesten war es aber für mich, wenn wir wieder ganz weit draußen unterwegs waren. So wie hier, wo der Biber ganze Arbeit geleistet hat. Erstaunlich, was dieses größte europäische Nagetier mit seinen Zähnen alles hinbekommt.

Diese selbstbewussten kleinen Gesellen hat Maria im Nietlitzer Bruch (Niedlica Bagno), einem der größten noch erhaltenen Feuchtgebiete in Masuren fotografiert. Junge Rohrweihen sind es.

Und in genau diesem unwegsamen Sumpf tasteten wir uns auf matschigen Wildwechseln, über Sumpflöcher hinweg, durch dichtes Weiden- und Schilfgestrüpp

bis an den Rand einer riesigen Seggen- und Binsenlandschaft, um auf den abendlichen Einflug der dort rastenden Kraniche zu warten.

Schon im Frühjahr hatten wir hier, auf erhöhten Stellen im Sumpf, die Schlafnester von Wildschweinen gefunden.

Jetzt kam eines von ihnen, nur 30 m von uns entfernt, aus dem hohen Röhricht, lief in aller Ruhe von links nach rechts vorbei, bekam dann Wind von uns und lief genauso ruhig wieder von rechts nach links ins schützende Gestrüpp zurück.

Nur ca. 15 Minuten später rauschte es wieder durchs Schilf und dann stand dieser prächtige Rothirsch vor uns. Völlig bewegungslos standen wir da und wagten kaum zu atmen.

Es begann schon zu dämmern, als die ersten Kranichschwärme sich zeigten. Zählen konnten wir sie nicht mehr. Wir hätten in der Dunkelheit nicht mehr den Weg durch die Sumpfwildnis zurück gefunden.
Bei diesen Reisen habe ich eine unendlich reiche Natur erleben dürfen. Ich habe von meinen Freunden so viel gelernt über das Verhalten der Tiere, über Spuren, Vogelstimmen und Greifvogelsilhouetten und auch über die Gefährdung und den Schutz der natürlichen Umwelt. Es war schön viele Menschen kennenzulernen, die sich mit Begeisterung und Herzblut für den Erhalt dieser großartigen Landschaft mit all ihren Bewohnern einsetzen.
Mir selbst hat es ganz viel Spaß gemacht, mich in diesen Beiträgen noch einmal an all diese Unternehmungen zu erinnern, die tiefe bleibende Spuren in mir hinterlassen haben.
Do widzenia Mazury
Lieber Volker,
wieder einmal ganz tolle Bilder! Man hat das Gefühl man wäre selbst dort! Deine Schilderungen runden alles ab!
Gruß Burkhard
Es hat sich wieder gelohnt, deine Bilder mit den Kommentaren anzuschauen. Mir kamen Erinnerungen hoch, über die Begegnung von deutschen, russischen und polnischen Jugendlichen, die wir vom Kreistag Verden finanziell gefördert haben. Danke für die Teilnahme an deinen Reisen.
Erich
Lieber Erich,
das ist ja spannend. An dieser Stelle haben sich also unsere Wege das erste Mal gekreuzt.
Wir sind übrigens damals mit den deutschen und polnischen Jugendlichen über die russische Grenze ins Königsberger Gebiet nach Bagrationowsk,
dem ehemaligen Preußisch-Eylau, gefahren. Damit waren wir die erste Verdener Delegation überhaupt, die die Partnergemeinde dort besucht hat.
Auf dem Foto mit dem Eingangsportal des Gestüts in Liski siehst du einen guten Freund von dir. Zeitgleich mit uns war auch der damalige stellvertretende Landrat in der Region unterwegs.
Gruß Volker
Hallöchen lieber Volker, ich gönne mir Deine so liebevoll beschriebenen Abenteuer „von damals“ immer gern als Ruhepause zwischen verschiedenen Aktivitäten. Also „Guten Morgen“ ändere ich heute dann einfach in „Guten Abend“ 😂
Ich höre Deine Stimme, während ich lese. Und scheinbar bist Du als junger Mann schon so wertschätzend unterwegs gewesen wie, oh, jetzt wird’s brenzlig 😅, wie jetzt mit 60+🤣. Lieber Sofagruß, Sibylle