Megamarsch 50/12 Hannover

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8 Jahre ist es jetzt schon her, dass mich mein Sohn fragte, ob ich mir als Geschenk zum 60. Geburtstag ein Ticket für den Megamarsch vorstellen könnte. Erste Reaktion: ‚Echt? Ich? 50 Kilometer in 12 Stunden? Ich bin 60. Ich bin jetzt alt!“

Und jetzt sind wir meinen 9. Megamarsch gelaufen. 4 Mal habe ich in Bremen teilgenommen, 3 Mal in Dresden, in Hamburg habe ich sogar die 100 Kilometer bewältigt und jetzt Premiere in Hannover.

Am Start ist ordentlich was los. Seit 7.30 Uhr machen sich in 5 minütigen Abständen jeweils geschätzte 40 bis 50 Teilnehmer auf den Weg.

Kurz nach 8 Uhr starten wir zwei. Ich mit Sonnenhut wegen der erwarteten 26 Grad, Sebastian dick mit Sonnencreme präpariert.

Wir starten in Hannover-Laatzen, nicht weit vom ehemaligen Expo-Gelände entfernt und sind bald raus aus der Stadt und im Grünen. Und schon hier hören wir, völlig überraschend, die erste Nachtigall, deren Gesang uns heute immer wieder begleitet.

VPS 1, Verpflegungspunkt 1, nach den ersten 13 Kilometern,

mit der Megamarschbanane. Ein klasse Einfall.

Es beginnt jetzt warm zu werden und Wasser im Schwimmbecken wäre bestimmt gut angekommen.

In endlosen Schlangen sieht man jetzt hunderte Megamärschler durch die offene Feldlandschaft marschieren. Die Stimmung unter den vielen, vielen Menschen ist hervorragend und Sebastian und ich sind im wesentlichen dabei andere Teilnehmer zu überholen. Ich habe in den letzten Monaten kaum trainieren können, aber irgendwie scheinen sie einprogrammiert zu sein, die 50 Kilometer, in meinen Beinen.

An einem beschrankten Bahnübergang wird ein Autofahrer von einem anderen Autofahrer lautstark beschimpft und sogar bedroht, weil er nicht schnell genug losgefahren ist und sich die Schranke schon wieder schließt. Bestimmt 50 Megamärschler, die die Szene beobachtet haben, sagen ihm, mit teils sehr phantasievollen und witzigen Kommentaren, was sie von seinem Auftreten halten und die Lachkulisse ist groß, als er dann noch sein eigenes Fahrzeug direkt vor der Schranke abwürgt. Manchmal ist Schadenfreude erlaubt.

Weiter geht’s durch schattenlose Felder und die Sonne knallt schon ganz ordentlich. Glücklicherweise bringt der Wind noch Kühlung mit.

Die Hälfte ist geschafft. Für die Psyche eine wichtige Marke. Ab jetzt sind weniger Kilometer zu gehen, als wir schon geschafft haben.

Wälder, immer wieder gern genommen. Schatten und Abkühlung sind so wohltuend und superschön sehen sie gerade jetzt aus, alles in Maigrün.

VPS 3 ist nach 30 Kilometern erreicht und bei so vielen Teilnehmern ist eine lange Reihe von Dixis wohl unverzichtbar.

In kaltem Wasser gelagerte Apfelspalten, auf den Punkt die richtige Erfrischung.

Über die Sinnhaftigkeit dieser Sportlernahrung lässt sich sicherlich streiten.

Überraschend grün und abwechslungsreich ist das direkte Umfeld unserer Landeshauptstadt.

VPS 4 bei Kilometer 39.

Und jetzt geht’s durch den Innenstadtbereich von Hannover. Ich stelle dabei fest, dass ich Hannover eigentlich gar nicht kenne und dass ich das unbedingt ändern möchte.

Jetzt, bei Kilometer 42 oder 43 merke ich einen leichten Krampf im linken Unterschenkel. „Ja, Sebastian ich weiß, ich trinke zu wenig“.

Am Maschsee hat man das Gefühl, dass die ganze Stadt an diesem schönen Tag auf den Beinen ist.

Genau!

Wie viel tiefe Wahrheit doch in diesen einfachen fünf Worten steckt.

Und jetzt ist’s geschafft. Gut geht’s uns. Keinerlei Blessuren. Jetzt ein alkoholfreies Radler von einem Megamarsch-Sponsor, das irgendwie einfach so verdampft.

Viele tolle Erinnerungen verbinde ich mit diesen Events: Der erste Marsch, bei dem es über 30 Grad heiß war, der Dresdener Marsch, nachdem wir am Abend vorher die Zauberflöte in der Semperoper gesehen haben oder meine bisherige Rekordzeit von unter 10 Stunden mit unserem Nachbarn, der damals schon hoch in den Siebzigern war.

Das wäre doch mal ein Ziel: ein Megamarsch mit meinen Enkeln. Da wäre ich dann Anfang 80.

Schauen wir mal!

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Irene sagt:

    Lieber Volker,ich bin beeindruckt von dir und Sebastian.
    Die Landeshauptstadt von Niedersachsen ist meine Heimat und ich würde gerne für dich und Angela die Stadtführerin sein.
    Auch schön zu erfahren, dass dein Sohn dich auf die Idee gebracht hat, Mega Märsche zu mögen.

  2. Sibylle sagt:

    Mein lieber Scholli!
    (Das ist Ausdruck meines höchsten Bewunderns!)
    Man könnte fast meinen, Ihr hättet für das Anfangs- und Zielbild einfach das Anfangsfoto genommen! Fast!
    Chapeau Ihr Beiden!
    Wenn Du so weiter machst, schaffst Du das auch mit 80 und Enkeln!
    Herzlichen Glückwunsch! Echt!
    Sibylle, im Sitzen mit Heißgetränk 🤣

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