Wo die wilden Tiere wohnen – Abenteuer in Masuren/Teil 1

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Nach dem letzten Beitrag über das winterliche Masuren, habe ich mich viel mit alten Fotos und Erinnerungen an Reisen dorthin beschäftigt. Dabei ist mir klar geworden, wie sehr mich diese Zeit geprägt hat. Nirgendwo habe ich so viel ursprüngliche Natur erlebt und so viel über die Natur gelernt, wie hier.

Die Reisen begannen Anfang der 90er Jahre noch verlässlich mit stundenlangen Staus an der gerade geöffneten Grenze nach Polen.

Über Stettin ging es dann an der Ostseeküste entlang immer in Richtung Osten. Fast genau 1000 Kilometer waren es von meiner Haustür bis zur Wohnung der Freunde in Olsztyn.

Auf dem Weg die ungeheuer beeindruckenden Wanderdünen am Leba-See.

Spannend auch der schmale Streifen der Halbinsel Hela, die weit in die Danziger Bucht hineinreicht.

Europas größte Seebrücke in Zoppot.

Der historische Teil der Stadt Danzig, der bereits in den 50er Jahren aus den Ruinen des zweiten Weltkrieges wieder aufgebaut wurde

und die märchenhafte Marienburg an der Nogat.

Eine lange Anreise, bis endlich das Ziel, die Stadt Olsztyn, das ehemalige Allenstein, erreicht ist.

In dieser Burg oberhalb der Stadt hatte nicht nur unser polnischer Freund ein Büro, hier hat auch Nikolaus Kopernikus von 1516-1519 gearbeitet. Der berühmte Astronom hat hier die Verteidigung der Stadt gegen die Ordensritter organisiert.

Genuss-Autofahren: Durch solche Landschaften mit den polnischen Naturschützern unterwegs sein. Damals hatten sie noch kein eigenes Auto, nutzten mich als Chauffeur, um in entlegene Schutzgebiete zu gelangen und ich kam in Gebiete, die man als Tourist sonst überhaupt nicht zu sehen bekommt oder die für Besucher generell gesperrt sind.

In riesigen, wilden Wäldern waren wir unterwegs,

wo uns ein Förster zu dieser Wolfshöhle führte.

Hier freuten wir uns über eine gelungene Brut des seltenen Schwarzstorchs. Hoch oben in einer alten Eiche hatte er sein Nest gebaut.

So groß ist er und trotzdem bin ich ihm nur wenige Male begegnet, dem Elch, dem „König der Wälder“. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er fast ausgerottet und die Bestände haben sich nur langsam wieder erholen können. Als ich dort unterwegs war, waren es erst knapp 100 Tiere, die wieder durch die Wälder streiften.

Hier wohnt auch dieser seltsame kleine Kerl.

Ein Uhupaar hatte hier ein Nest in den Wurzelbereich einer alten Eiche gebaut und zwei Jungvögel großgezogen. Ich habe sie aus großer Entfernung mit dem Fernglas sehen dürfen und unsere Freundin Maria hat sie bei der Beringung fotografiert.

Immer mit dabei war ihre Dackeldame. Wenn das Unterholz für ihre kurzen Beine zu hoch war, dann kam sie eben in den Rucksack.

Und beim Paddeln saß sie ganz vorne.

Masuren ist aber nicht nur das „Land der dunklen Wälder“, sondern vor allem das „Land der kristallenen Seen“. Davon werde ich im nächsten Teil berichten.

5 Kommentare auch kommentieren

  1. Irene sagt:

    Oh, ich weiß gar nicht, was ich zuerst bewundern möchte… Aber die kleinen Uhus gefallen mir besonders gut. Auch deshalb weil ich einmal geträumt habe, dass eine Uhumutter ihr Nest mit den Jungen in meinem Nachtschränkchen neben meinem Bett hatte. Wie schön, dass diese besonderen Bilder jetzt Vielen zugänglich sind.

  2. Sibylle sagt:

    Moin spannendster VolkervonneWelt😅 Mich berührt die Ruhe und Intensität Deiner Erlebnisse. Als wenn Du Gefühle fotografieren kannst und die dann für uns so schon beschreibst Wunderschön! Darf man auch mehrfach schauen? 😉
    Danke und einen vorsichtigen Schneetag wünsche ich allen. Sibylle

    1. Volker sagt:

      Guten Morgen liebe Sibylle,
      du bekommst hiermit die offizielle Erlaubnis den Beitrag bis zu zwölf Mal am Tag anzuschauen.
      Vielen Dank für deinen inspirierenden Kommentar und alles, alles Gute nachträglich zum Geburtstag.

  3. Erich von Hofe sagt:

    Masuren ist eine Reise wert. Bislang haben wir nur die Ostseeküste von Stettin bis Danzig mit dem Fahrrad über 500 Kilometer erkundet. Deine Bilder machen mich neugierig, eine Reise nach Masuren zu planen. Vielen Dank,

  4. Margret sagt:

    Endlich, spät abends, habe ich deinen bilderreichen Bericht lesen können. Ich schließe mich den wortbilderreichen Kommentaren von Irene, Sibylle und Erich bereichert und staunend an! Freue mich schon auf die nächste Folge Deiner „Ausgrabungen“ !!!

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