Auf der Suche nach dem Frühling

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Der letzte Winter hatte viele graue und trübe Tage und ich hatte wenig Motivation unterwegs zu sein. Wider Erwarten gab es aber auch richtigen Schnee und an einigen Tagen sogar mit Sonne.

Aber jetzt ist Frühling und die Tage sind wieder richtig lang. Ich will wieder unterwegs sein und erkunden, was sich jetzt schon tut in der Natur.   Meine Lieblingszeit ist der ganz frühe Morgen und ohne Wecker bin ich um 5.30 Uhr wach. Ich freue mich einfach, dass es wieder los geht.

Nur wenige Kilometer von meinem Heimatort entfernt hat man begonnen ein abgetorftes Hochmoor zu renaturieren. Gleise und Maschinen sind zum größten Teil verschwunden und die ehemaligen Abtorfungsflächen wurden unter Wasser gesetzt.

Hier gibt es einen kleinen Beobachtungsstand, den ich vor Sonnenaufgang erreiche. Solche Farben gibt es nur am frühen Morgen!

Im letzten Herbst habe ich hier viele rastende Kraniche aus nächster Nähe beobachten können. Die Vogelgrippe hat die Zahl dieser schönen Vögel sehr dezimiert und die Zeit des Vogelzuges ist jetzt auch schon vorbei.

Trotzdem entdecke ich noch eine Gruppe, die hier übernachtet hat und mit der aufgehenden Sonne in den Tag startet.

Wie gemalt wirkt das Farbenspiel um diese Kanadagans herum. Der frühe Morgen ist immer gut für solche, ganz besonderen, Begegnungen.

Am Nachmittag bin ich dann in den Wümmewiesen und auch hier gibt es schon viel zu entdecken.

Die knorrigen, alten Erlen durften hier stehenbleiben. Ein schönes Bild, mit den beiden Graugänsen und dem kleinen Regenpfeifer, der zwischen ihnen herumtrippelt.

Die Lerche ist am Boden unterwegs. Vielleicht ist es ihr noch zu kalt zum Singen.

Der alte Rehbock hat beim Verstecken nicht an sein Gehörn gedacht, das deutlich über den Deich hinausragt.

Die gescheckte Ricke dagegen ist heute einmal gut zu sehen. Ich glaube das Tier weiß um seine Auffälligkeit. Es hält sich nach meinem Eindruck immer weiter von den Feldwegen entfernt, als seine Artgenossen.

Immer wach und aufmerksam wirkt der Feldhase.

Gut schauen sie aus, Schwan und Kanadagans, im frischen Balzgefieder.

Die Schlehe gehört zu den ersten blühenden Büschen des Jahres.

Was für eine Pracht. Jedes Jahr wieder empfinde ich es als ein Wunder, wenn aus kahlen, dürren Zweigen so viel neues Leben entsteht.

Auf dem Nordpfad „Ostetal“ wandere ich am nächsten Tag. Hier gibt es einen schönen, alten Buchenwald.

Und unter all den vielen Bäumen hat sich tatsächlich nur ein einziger entschlossen die ersten kleinen Blättchen zu öffnen. Auch Bäumen sagt man unterschiedliche Persönlichkeiten nach.

Am Fluss blühen die Weiden

und bringen erstes, helles Grün in die Landschaft.

Ein Klecks Orange kommt durch diesen Aurorafalter dazu. Er zählt zu den ganz frühen Schmetterlingen des Jahres.

Und schließlich noch das Scharbockskraut für das Gelb. Die Blätter der Pflanze enthalten viel Vitamin C. In früheren Zeiten die erste Möglichkeit im Jahr das Immunsystem wieder zu stärken und sich damit gegen Krankheiten (Scharbock ist das alte Wort für Skorbut) zu schützen.

Ein schöner Start war das in ein neues „Draußen-Jahr“ und das Thema bleibt: „Never stop exploring“.

2 Kommentare auch kommentieren

  1. Gerhard Meyer sagt:

    Erfreulich! Das am Sonntagmorgen zu sehen. Volker hat wieder alle Sinne getroffen!
    Ich empfinde Frühling wie ein Erwachen, selbst viele Menschen sind aus dem Winterschlaf erwacht und fröhlich unterwegs.

  2. Erich von Hofe sagt:

    „Frühling lässt sein blaues Band…“ fällt mir zu Deinen schönen Bildern ein. In der Tat steht auch für mich der Frühling für Aufbruch in ein neues Jahr.
    Gruß Erich

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