Das „Grüne Band“ – Wandern im wilden Deutschland – Tag 1

on

Einen Tag vor dem geplanten Bahnstreik bin ich mit dem Zug, pünktlich und zuverlässig, an den Ausgangspunkt meiner Wanderung, nämlich nach Ellrich im Südharz, gebracht worden. Von hieraus will ich mir nach und nach, zunächst in 5 Tagesetappen, die nördliche Hälfte des „Grünen Bandes“ erwandern. Das „Grüne Band Deutschland“ ist ein Biotopverbund, der sich entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze vom bayrischen Voigtland bis zur Ostsee erstreckt. Es verbindet die verschiedensten Naturraumtypen Deutschlands und ist sowohl in seiner Größe als auch in seiner Artenvielfalt einzigartig.

Schon kurz hinter Ellrich stoße ich auf den ehemaligen Kolonnenweg, einen Weg aus Lochbetonplatten, auf dem die DDR-Grenztruppen patrouillierten. Er markiert den ehemaligen Grenzverlauf und begleitet mich heute fast den ganzen Tag über. An vielen Stellen kann man wunderbar wandern. Vorsicht ist aber immer geboten, weil viele Löcher nicht zugewachsen sind und man Gefahr läuft umzuknicken. Festes, knöchelhohes Schuhwerk ist meiner Meinung nach unverzichtbar.

Ich bin begeistert von der vielgestaltigen Landschaft und der Fülle an Wildkräutern, Büschen, Hecken und Bäumen, die den Weg säumen. Genauso habe ich mir das Grüne Band vorgestellt.

Vorbei an den Gipskarstfelsen bei Walkenried, erreiche ich die dortige Klosterruine. Hier bestand eines der ältesten Zisterzienser-Kloster Deutschlands, heute UNESCO-Weltkulturerbe. An dem grauen Himmel sieht man, dass sich Regen ankündigt.

Nach zwei Stunden im pladdernden Regen, und nach dieser netten Begegnung, erreiche ich meine heutige Unterkunft und freue mich mich auf trockene Klamotten und ein großes Bier.

5 Kommentare auch kommentieren

  1. Angela Klimas sagt:

    Moin Volker. Schöner Text, doch wo verstecken sich die Bilder?
    Schönen Abend noch, Angela

  2. Freddy sagt:

    Das klingt nach einem gelungenen Start auf dem „Grünen Band“. Ich wünsche dir wenig Regen für die nächsten paar Tage.

  3. Irene sagt:

    Was für eindrucksvolle, Natur.- aber auch bedrückende Grenz-Bilder.
    Das ist ja sooo abwechslungsreich!
    Wünsche dir ein schönes kühles Bier heute Abend in Ilsenburg.
    Frag mal nach einer Salzgrotte zum entspannen, das gibt es dort oft und mich hat der Kurze Aufenthalt darin und die erstaunliche Wirkung immer beeindruckt.
    Danke fürs Teilen,
    Liebe Grüße
    Irene

  4. Heidi sagt:

    Superklasse!
    Ich habe mich jeden Abend auf deine interessanten Reiseberichte gefreut.

    1. Heidi sagt:

      Es war mir gar nicht bewußt, wie gegenwärtig die ehemalige Grenze im „Grünen Band“ heute noch ist
      Das ist ja auch gut und richtig so.
      Aber umso beeindruckender und schöner ist es zu sehen, wie die Natur Stück für Stück der früheren Angst nun blühendes Leben entgegen setzt.

Schreibe eine Antwort zu Heidi Antwort abbrechen