Cuxhavener Küstenheide (Tag 3)

Heute sind sie da. Ganz in der Nähe und wunderbar zu beobachten.

Ich fahre zunächst ohne große Erwartungen in die Küstenheide. Der Tag ist grau, nieselig, der Scheibenwischer arbeitet und ich vermute, dass sich die Tiere an geschützten Stellen aufhalten, um der Feuchtigkeit zu entgehen. Erst als ich wieder im Gelände bin, kann ich die schöne und wieder ein wenig magische Stimmung dieses Novembertages wahrnehmen. Hier ist es einfach immer besonders.

Und als ich mich dann dem Wisentgatter nähere, mag ich es erst gar nicht glauben. Große braune Tiere tauchen aus dem Dunst auf und es sind viele.

Nicht nur 13, wie vor ein paar Tagen, sondern insgesamt sogar 15 Tiere zähle ich heute.

Ich stehe lange – ganz lange – vor dem Zaun und beobachte, wie die großen Wildrinder ganz langsam an mir vorbeiziehen.

Ein großer Bulle ist dabei, der die anderen Tiere noch an Ruhe , aber auch an kraftvoller Präsenz übertrifft.

Bis zu einer Tonne kann so ein Tier auf die Waage bringen und eine Schulterhöhe von bis zu 2 Metern erreichen. Ich schätze, dass dieses Exemplar gar nicht so weit davon entfernt ist.

Aber auch Kälber sind dabei. Kaum zu glauben, dass aus so einem süßen, kleinen Kerl mal so ein gewaltiges Wesen werden kann.

Ganz nah und dabei fast geräuschlos, ziehen diese massigen Tiere an mir vorbei. Man hört fast nur das Grasen, Rupfen und Zupfen, wenn sie sich die Binsen, das Gras oder auch den Aufwuchs an Birken und Traubenkirschen schmecken lassen.

„Auge in Auge“ stehe ich dem größten europäischen Landtier gegenüber und ich freue mich, dass es Zäune gibt.

Respektvoll ziehe ich mich jetzt zurück, aber auch, weil ich gern noch die Runde um die Koppeln herum vervollständigen möchte

Nach 1 bis 2 Kilometern durch stille, von Nebeldunst feuchte Landschaft zeigt sich mir noch einmal so eine Szenerie wie aus Urzeiten. Eine Gruppe von „Auerochsen“ mit prächtigen Hörnern schaut aufmerksam in meine Richtung.

Und auch die Koniks zeigen sich noch einmal, mit ihrer Fellfarbe fast verschwindend an diesem grauen Novembertag, an dem ich so viel Glück gehabt habe.

3 Kommentare auch kommentieren

  1. reiselust1711 sagt:

    Wunderschöne novembrige nebelverschleierte Bilder. Ich freue mich sehr, daß ich am diesen Momenten teilhaben darf!!!

  2. reiselust1711 sagt:

    Hoffentlich ist mein Kommentar angekommen, Bekam eine nachricht: dein Kommentar muss noch freigeschaltet werden…???
    LG Margret = reiselust 1711

  3. Heidi sagt:

    Die Dunstschleier haben dich in längst vergangene Sphären geführt.
    Magisch, unwirklich, faszinierend,
    …..Gänsehaut.
    Ich hätte nicht gewagt zu atmen.
    Danke für diesen beeindruckenden Ausflug in eine andere Welt.

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