Padjelanta – letzter Tag

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Die Sonne strahlt mächtig an diesem Morgen. Einen richtig schönen Wandertag kriegen wir zum Abschluss unserer Tour noch geschenkt.

Es wandert sich leicht auf den gut ausgetretenen Pfaden. Schließlich sind wir nur noch 13 Kilometer von Kvikkjokk dem ersten Ort, der wieder über eine Straße zu erreichen ist, entfernt.

Dem Reiz der Landschaft schadet das überhaupt nicht. Wir sind jetzt in der Nadelwaldzone angekommen, der Vegetationszone, die sich in dieser geographischen Breite als Taiga bis in den Osten Sibiriens erstreckt.

Es ist herrlich bei diesem Sonnenschein durch den lichten Wald zu laufen.

Pilze gibt’s auch hier und diesen „smoothigen“ Schachtelhalm, der mit Sonne noch weicher und wattiger wirkt.

So schöne, fast idyllische, Plätze passieren wir.

Ein erster Zaun deutet auf vermehrte menschliche Aktivität hin.

Noch einmal überqueren wir eine dieser tollen Hängebrücken, bevor wir die Bootsanlegestelle erreichen.

Kvikkjokk ist nämlich vom Nordwesten her so von Wasser umgeben, dass man nur mit dem Boot dorthin gelangen kann.

Björn, der Bootsführer, bringt Wanderer von dort, die den Weg von Süden her angehen wollen. Wir steigen ein und genießen es die letzte halbe Stunde unserer Tour durch die schöne Flusslandschaft gefahren zu werden.

Bis dicht an die Stromschnellen des Kamajokk (übersetzt: donnernder Fluss) fährt er uns heran, bevor wir unser Ziel erreichen.

Dieser „donnernde Fluss“ ist für uns genau der richtige Ort für ein Abschlußfoto nach einer großartigen Wanderung, nach 12 Tagen und 140 Kilometern auf dem Padjelantaleden.

Und in der Kvikkjokk-Fjällstation gönnen wir uns dann alles, was das Haus hergibt. Frischen Filterkaffee mit Zimt- und Kardamonkuchen, eine herrlich heisse Dusche und zum Abendessen köstlichen Rentierbraten.

Und nicht nur das. Hier in der Fjällstation treffen wir sie alle wieder: das nette deutsche Geschwisterpaar, den Studenten mit seiner Freundin, der krank geworden war und ausgeflogen werden musste, den Schweden, der noch 800 km bis nach Hause weiterläuft und Max und Diana, mit denen wir uns richtig angefreundet haben.

Und wie ganz zu Anfang in Ritsemjokk, haben alle dieses Strahlen in den Augen.

5 Kommentare auch kommentieren

  1. Roland sagt:

    Nun habt ihr als Belohnung zum Schluss doch auch noch tolles Wetter und einen blauen Himmel bekommen! Sehr schön, das freut mich für euch! Ich fand es schon bewundernswert, wie du es als „selbstverständlich“ angesehen hast, Regenhose und Regenjacke anzuziehen und noch einen Poncho darüber und „nasse Füße sind ja normal“. Ich wandere ja auch gerne und lang, aber so über 10 Tage durchzuhalten, das wäre mir doch zu viel.
    Und ein blauer Himmel über allem ist für mich auch sehr wichtig, um alles richtig genießen zu können. Aber so wie ich dich kenne, nehme ich dir auch ab, dass du trotz der widrigen Wetterverhältnisse begeistert warst und dich an vielen kleinen Dingen „berauschen“ konntest.
    Und natürlich habt ihr eine bemerkenswerte Leistung vollbracht! (Ihr seid ja auch keine zwanzig mehr.) Herzlichen Glückwunsch!
    Lieben Gruß und gerne demnächst mal auf einer gemeinsamen Wandertour oder im Kanu!
    Roland

  2. Sibylle sagt:

    Du hast ein wunderschönes Tagebuch geschrieben! Danke! Es berührt mich sehr! Die Reise war mutig von Euch und bestimmt kräftezährend, aber so selbstverständlich im Einklang mit der Natur, das beeindruckt mich außerordentlich. Die Zuversicht war Euer Begleiter. Das ist doch das beste Lebensmotto überhaupt.
    Übrigens fasziniert mich die Begegnung mit dem Fuchs, dessen Fell im Gegenlicht leuchtete…

  3. Jupp sagt:

    Lieber Volker, nocheinmal herzlichen Dank für deine wunderbare Reisebeschreibung und die tollen Fotos. Wenn mich der Text und die Bilder so begeistert haben, wie müssen euch die ganzen Stunden und Tage und Nächte bereichert haben…
    DANKE

  4. Schlobohm, Eckhard sagt:

    Toll wie anschaulich Du schreibst. Man hört das Rauschen der Bäume und das Zupfen des Windes an Euren Zelten. Klasse. Zehn Minuten Kopfurlaub in Schweden am Schreibtisch vor den Akten.Freue mich schon auf nächsten „Urlaub am Handy“.Eckhard

  5. Gert Anger, aus Stockholm. Ein Freund von Otto B sagt:

    Ein wunderbares Tagebuch und fantastische Bilder vom Padjelanta Nationalpark, der immer noch so wild und schön ist wie ich ihn vor langer, langer Zeit in meinen jungen Jahren erlebt und in Erinnerung behalten habe. Das erste Mal habe ich ihn alleine durchquert, ich kann mich noch gut an die Mücken in Nunjes erinnern und sehe immer noch die Scheeulen (lappugglor) bei Tuoddor vor mir. Ich habe aber in Kvikkjokk angefangen und in Ritsemjokk aufgehört. Zwei Jahre später war Anna, meine Frau aus Tärnaby, dabei, und wir haben gemeinsam Moore, Watstellen und Hängebrücken über die wilden Gewässer bewältigt.

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