Padjelanta – Tag 7

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Gut ausgeruht starten wir heute die längste Tagesetappe. 19 km und 300 Höhenmeter sind es bis auf die Höhe von Duottarluoppal, einer der höchsten Stellen des Padjelantaleden. Dort werden wir entscheiden, ob wir zelten können oder, wegen der zu erwartenden Kälte, die Hütte nutzen.

Es ist trocken heute, die Wegbeschaffenheit ist gut und bald sind wir schon ein gutes Stück oberhalb des Sees.

Es macht Freude heute zu laufen und unter Irenes Anleitung bekomme ich mehr und mehr den Blick für die vielen spannenden Pflanzen am Wegesrand.

Augenstern

Eine Berganemonenart

Trollblumen und Lichtnelken

Und Eisenhut in voller Blüte.

Immer wieder sehen wir auch Rentiere in Gruppen von 20 bis 30 Tieren, teils mit schneeweißen Kälbchen, herumstreifen. Für die Handykamera aber leider unerreichbar.

Über diese Brücke überqueren wir wieder einen dieser faszinierenden Gebirgsbäche und stellen fest, dass es bereits Brücke Nummer 3 ist. Etwas oberhalb entdecken wir nämlich die Reste von 2 Brücken, die, vermutlich von Schmelzwassermassen, völlig verbogen und zerschlagen worden sind.

Was für ein herrlicher, sonniger Wandertag.

Immer höher geht es hinauf. Auf unserem Weg treffen wir auf zwei ungeheuer sympathische, junge Schweden, mit denen wir schnell ins Gespräch kommen. Wir werden uns noch öfter begegnen.

Auf den letzten Kilometern wird es deutlich kälter und windiger und es hilft nichts, durch diesen Fluss kommen wir nur mit: Bergstiefel aus, Hosen hochgekrempelt und Sandalen an.

Entgegenkommende Wanderer berichten uns, dass es sich nicht lohnt, die Schuhe wieder anzuziehen, weil 800 Meter weiter schon die nächste Watstelle zu bewältigen ist.

Stimmt! Als wir mit eisekalten Füßen die Hütten erreichen und es auch noch anfängt zu regnen ist vom zelten keine Rede mehr. Das Außenthermometer zeigt 5 Grad.

Die Hüttenwartin ist supernett und genauso pflanzenbegeistert wie Irene. Sie lädt uns in ihre Hütte ein, schnell liegen Bestimmungsbücher auf dem Tisch und die beiden sind in ihrer Pflanzenwelt versunken.

Ich komme mir etwas überflüssig vor, melde mich ab und erkunde die Umgebung.

Prompt läuft mir ein Schneehase über den Weg.

Duottar liegt schon sehr hoch in den Bergen, in einer Art Mulde. Es scheint als ob die Wolken sich hier sammeln würden. Dieser Ort übt durch seine Kargheit und Stille eine ganz besondere Faszination aus

Irgendwie bin ich aber doch sehr dankbar, dass wir jetzt ein festes Dach über dem Kopf haben.

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  1. Irene sagt:

    Lieber Volker, ich freue mich jedes Mal wenn ich den nächsten von dir beschriebenen Tag lese: dann bin ich wieder dort und meine Seele lacht!
    Aber „Augenstern“ heißt diese Blume nicht, das war eine Erfindung von mir, weil sie mir so gut gefallen hat. Bisher habe ich den botanischen Namen noch nicht gefunden.

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